Mit 14 Jahren packte er eine Flöte in seinen Rucksack und überquerte nachts die Grenze in den Westen
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Leo Schön wurde am 7. Juni 1937 in Olivětín bei Broumov als Einzelkind geboren. Seine Mutter, Eleonora Schön, geborene Bisko, war Weberin und sein Vater, Josef Schön, arbeitete als Kupferschmied und LKW-Mechaniker. Mein Großvater mütterlicherseits, ein Kanonier, stammte aus Norditalien. 1939 wurde mein Vater in die deutsche Armee eingezogen. Er wurde 1944 im heutigen Weißrussland getötet. Leo Schön besuchte ab 1943 eine deutsche Schule in Broumov und erlebte dort Luftangriffe. Im Mai 1945 versteckten er und seine Mutter sich auf dem Dachboden vor sowjetischen Soldaten. Im August 1945 wurden sie im Rahmen eines heftigen Exodus aus ihrem Haus vertrieben und fanden Zuflucht im Haus ihrer Großeltern in Benesov bei Broumov. Im August 1946 mussten sie in das Sammellager in Mezimesti und dann mit einem Transport in ein Lager in Demmin, Deutschland, und mit einem Boot in das Lager in Anklam. Sie lebten in Eisfeld in Thüringen in der Grenzzone. Im Jahr 1951 flohen sie nachts nach Westdeutschland in ein Kloster in Rohr, wo sich die Benediktiner von Broumov niederließen. Dort absolvierte er das Gymnasium. Im Jahr 1966 lernte er seine zukünftige Frau kennen. Er arbeitete dreißig Jahre lang für das Chemieunternehmen Höchst und reiste auch geschäftlich in die Tschechoslowakei. Im Jahr 2025 lebte er in Gersthofen bei Augsburg.