Nach der Vertreibung bin ich nie wieder nach Schönbach zurückgekehrt, nicht einmal zu Besuch
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Ewald Hannabach wurde am 1. Januar 1930 in Luby (Schönbach) bei Cheb (Eger) als zweiter Sohn von Arthur Hannabach, einem bedeutenden Musikinstrumentenhändler, in eine deutsche Familie hineingeboren. Das Familienunternehmen war bereits von seinem Urgroßvater Anton Hannabach gegründet worden; die Familie besaß ein großes Haus mit einer Werkstatt zur Herstellung von Saiten und Musikinstrumenten. Ewald besuchte zunächst die Grundschule in Luby, die weiterführende Schule dann in Cheb. Nach 1938 bewahrte die Familie ihre Neutralität; der Vater wurde aus gesundheitlichen Gründen nicht zur deutschen Armee eingezogen, der ältere Bruder Gerold wurde im Januar 1945 zu einer Einheit der Flugabwehrartillerie einberufen. Ewald absolvierte von 1944 bis 1946 eine Lehre als Musikinstrumentenbauer in der benachbarten Firma Lang und erledigte oft Besorgungen für den Meister. Diese waren oft sehr abenteuerlich, da zu dieser Zeit bereits fertige Instrumente und Produktionsmittel illegal nach Deutschland transportiert wurden. Die Musikinstrumentenproduktion in den Werkstätten in Luby wurde bis zum Sommer 1946 fortgesetzt, als der Großteil der deutschen Bevölkerung vertrieben wurde. Auch Ewald fuhr mit seinen Eltern und seiner Großmutter mit einem Transport nach Bayern. Im bayerischen Bubenreuth setzten sie die Herstellung von Musikinstrumenten fort, insbesondere sein Vater Arthur und sein Bruder Gerold, der zu einem weltbekannten Hersteller von Meistergitarren wurde. Ewald ließ sich schließlich bei der Firma Siemens anstellen, wurde Techniker und Ingenieur und war für verschiedene Projekte nicht nur in Europa verantwortlich. Er betrachtete die Vertreibung als einen so einschneidenden Wendepunkt in seinem Leben, dass er nie wieder nach Schönbach zurückkehrte.