Wenn ich zwanzig Jahre jünger wäre, würde ich mir dort ein Haus kaufen. Aber heute wäre das schon schwierig, ich spreche kein Tschechisch.
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Ingeborg Mauder, geborene Fischbach, wurde am 23. September 1937 in Teplá in eine deutsche Familie geboren. Ihr Vater Franz Fischbach besaß eine örtliche Metzgerei, die Mutter Maria arbeitete als Köchin und führte später ein eigenes Geschäft. Während des Krieges diente Franz Fischbach vermutlich als Koch in der Wehrmacht während des Feldzuges gegen die Sowjetunion, sodass der Haushalt einschließlich der Metzgerei in der Verantwortung der Mutter lag. Am 6. Mai 1945 erlebte die Familie die Befreiung und die Wiedereinführung der tschechoslowakischen Staatsverwaltung. Im Zuge der Nachkriegsvertreibungen der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei wurde die Familie 1946 ausgesiedelt. Zunächst durchliefen sie ein Sammellager in Teplá, anschließend wurden sie mit dem Zug nach Hessen zu einer Bauernfamilie nach Schwalheim gebracht. Ingeborg Mauder besuchte dort die örtliche Schule, später das Gymnasium, und half neben der Mitarbeit in der familieneigenen Metzgerei auch bei der Betreuung der nach dem Krieg geborenen jüngeren Schwester. Die Eltern arbeiteten sich nach und nach wieder zu einem eigenen, erfolgreichen Betrieb hoch. Ingeborg heiratete im Jahr 1959 und erzog mit ihrem Ehemann drei Kinder. Ihre Erinnerungen an die Kindheit in Teplá teilte sie mit ihren Angehörigen. In ihre Heimatstadt kehrte sie erstmals 1971 zurück. Seither besucht sie ihren Geburtsort regelmäßig und bewahrt bis heute den Tepler Dialekt, den sie an weitere Generationen weitergibt. Zur Zeit der Aufzeichnung dieser Erinnerungen lebte Frau Ingeborg Mauder in der deutschen Stadt Butzbach.